Russisch-Orthodoxe Kirche; „Zeichen der Endzeit“ im Westen

30 07 2013

Die Russisch-Orthodoxe Kirche sieht Zeichen der Endzeit in einigen Ländern und Kirchen des Westens. Zu den Anzeichen zählten eine als Demokratisierung getarnte Säkularisierung, der Niedergang moralischer Autoritäten und der Weg in den Überwachungsstaat. Auch die Legalisierung der „Homo-Ehe“ und die „Trauung“ gleichgeschlechtlicher Partner in evangelischen Kirchen seien „apokalyptische Symptome“, erklärten hohe Kirchenrepräsentanten. Nach Ansicht von Patriarch Kyrill I. begibt sich ein Volk mit der Anerkennung homosexueller „Ehen“ auf „den Weg der Selbstzerstörung“. Homosexualität sei „Sünde“, und seine Kirche werde alles tun, dass sie in Russland niemals durch staatliche Gesetze sanktioniert werde, sagte er am 21. Juli nach einer Predigt in der Kasaner Kathedrale in Moskau. Das russische Parlament hatte vor kurzem die Verbreitung homosexueller Schriften an Kinder und die Adoption von Kindern durch Schwule oder Lesben verboten. Von den 143 Millionen Bürgern Russlands sind streng genommen 35 Millionen orthodoxe Kirchenmitglieder; gleichwohl bezeichnen sich rund 100 Millionen Einwohner als orthodox, weil sie die Volkszugehörigkeit mit der Konfession gleichsetzen. Ferner leben in Russland etwa 500.000 Katholiken, 250.000 Lutheraner, 150.000 Baptisten, 150.000 Charismatiker, 120.000 Pfingstler und 70.000 Adventisten.

Staat setzt sich über Volksmeinung hinweg

Der Außenamtsleiter des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, sieht westliche Staaten auf dem Weg in eine politische „Diktatur“, die sich über die Volksmeinung hinwegsetze. Als ein Beispiel führt er in der Zeitschrift Pravoslavnaya Beseda (Orthodoxe Gespräche) die Legalisierung der „Homo-Ehe“ in Großbritannien und Frankreich an. Obwohl „Millionen“ aufgebrachter Bürger dagegen auf die Straße gegangen seien, habe der Staat seinen Willen durchgesetzt und die entsprechenden Gesetze verabschiedet.

Auf dem Weg in eine neue Weltherrschaft?

Zudem werde im Westen unbewusst Bestrebungen zur Einführung einer Diktatur Vorschub geleistet, die völlige Kontrolle über jedermann ausüben wolle. Aus Gründen der Sicherheit seien bereits Pässe mit elektronischen Fingerabdrücken eingeführt worden. Überwachungskameras stünden an fast jeder Straßenecke. Das alles könne dazu dienen, den Weg in eine neue „Weltherrschaft“ zu ebnen, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax über Hilarions Artikel.

Kontakte zu einigen evangelischen Kirchen gekappt

Ferner kündigte der Metropolit an, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche ihre Beziehungen zu jenen lutherischen Kirchen einstellen werden, die die „Homo-Ehe“ eingeführt haben. Dazu zählt beispielsweise die schwedische Volkskirche. Zu solchen Kirchen wolle die russisch-orthodoxe keine Kontakte. Schwule oder lesbische Partner dürften nicht die gleichen Rechte erhalten wie Ehepaare. Das zerstöre die Familie. Die evangelischen Kirchen in Deutschland erwähnte Hilarion nicht, obwohl einige homosexuelle Partnerschaften segnen. Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung (Darmstadt) hat nach eigenen Worten auch nichts dagegen, von einer „Trauung“ zu reden.

EKD-Familienpapier könnte Ökumene belasten

Zur ökumenischen Belastung könnte die umstrittene Orientierungshilfe der EKD zu Ehe und Familie werden. Das am 19. Juni unter der Überschrift „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“ veröffentlichte Papier rückt von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab. Es vertritt ein erweitertes Familienbild, das etwa auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften einschließt. Die Orientierungshilfe ist auch innerkirchlich, besonders unter theologisch konservativen Protestanten, sowie in der katholischen Kirche und der säkularen Presse auf meist heftige Kritik gestoßen, während es von der Mehrheit der evangelischen Kirchenleiter verteidigt wird. Weltweit lehnt die Mehrheit der Kirchen „Homo-Ehen“ ab, etwa die orthodoxen und die römisch-katholische, aber auch die meist wachsenden theologisch konservativen evangelischen und anglikanischen Kirchen auf der südlichen Erdhalbkugel. Im Ökumenischen Rat der Kirchen (Genf) arbeiten rund 350 evangelische, orthodoxe und anglikanische Kirchen mit 560 Millionen Mitgliedern in mehr als 110 Ländern zusammen.





30 07 2013





Bahnhofsmission: Immer mehr psychisch Kranke

24 07 2013

Immer mehr Menschen mit psychischen Problemen suchen die Bahnhofsmissionen in Bayern auf. Viele seien einsam, andere verzweifelt, manche sogar selbstmordgefährdet, heißt es in einer in München und Nürnberg veröffentlichten Pressemitteilung der 13 größtenteils ökumenisch geführten Einrichtungen. Bei den 241.000 Besucherkontakten im vergangenen Jahr war etwa jeder fünfte Gast psychisch belastet – eine Steigerung um rund zehn Prozent. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. Während in Passau oder München etwa ein Drittel der Besucher unter psychischen Problemen litt, gab es in Schweinfurt mit sieben oder Augsburg mit zehn Prozent deutlich weniger Betroffene. Oft führten Arbeitslosigkeit, gescheiterte Beziehungen, Alkohol und Drogen, der Verlust der Wohnung oder eines Angehörigen aber auch Schulden zu Depressionen, Ängsten oder Psychosen. Dazu erklärte Michael Frank vom Diakonischen Werk Bayern „Für die meisten unserer Gäste, deren seelische und körperliche Gesundheit durch ihre schwierige Lebenssituation nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen ist, sind wir die letzte Anlaufstelle im Hilfesystem, sozusagen der Notanker.“ Mit den besonderen Schwierigkeiten der Klienten steige auch die Belastung für die Mitarbeiter in der Beratung. Wegen Geldmangels könnten zudem die wenigsten Bahnhofsmission am Abend oder rund um die Uhr öffnen. Dabei wüssten viele Menschen gerade in der Nacht nicht wohin mit ihren Ängsten. In ganz Deutschland gibt es rund 100 Bahnhofsmissionen mit etwa 200 hauptamtlichen und 2.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern.

idea.de





Mit 19 am Ende

23 07 2013

http://www.jesus.ch/themen/people/erlebt/239315-mit_19_am_ende.html

Nur nicht einer von diesen «Schlipsern» werden! Damit meint Conrad Gille Leute mit Anzug und Krawatte. Sein Motto: «Live fast – die young!» Also: lebe schnell – stirb jung! Mit 12 raucht er das erste Mal Haschisch, bald kifft er jeden Tag. Mit der Clique lebt er in besetzten Häusern, stiehlt und ist mit der Gaspistole unterwegs. Er braucht den Nervenkitzel!

Zwei Jahre später hustet Conrad Gille schon Blut wegen der vielen Zigaretten und muss zum Arzt. Eine Untersuchung ergibt, dass er nur noch 30 Prozent seines Lungenvolumens besitzt. Conrad muss raus aus seiner gewohnten Umgebung, meinen die Eltern. Durch einen Bekannten seines Vaters verbringt er ein knappes Jahr in Südafrika. Dort hat er zwar Abstand von der «Szene», aber Marihuana ist dort besonders leicht und vor allem billig zu beschaffen.

Zurück in Deutschland

Als er mit beinahe 16 Jahren zurück nach Deutschland kommt, stellt er fest: Fast alle seiner Kumpels sind heroinabhängig geworden. Die harten Drogen hatte er eigentlich immer abgelehnt. Doch irgendwann sitzt er in einem Fastfood-Restaurant und zieht sich ein weisses Pulver in die Nase. Heroin! Im trügerischen Schimmer dieser Droge scheint er das zu finden, was er immer gesucht hat: Liebe, Nähe, Vertrauen und Glück.

Doch langsam zeigt sich das wahre Gesicht dieses «Wundermittels»: Aus Annahme, Wärme und Freundschaft wird Gier, Egoismus, Hass und Betrug. Von einigen Freunden erfährt er, dass sie im Knast oder in der Therapie gelandet sind. Er hört sogar von Toten. Einer, den er gut kannte, ist im Bett verbrannt, weil er im Rausch seine glimmende Zigarette nicht mehr bemerkte. Auch Conrad Gille springt dem Tod noch einmal von der Schippe, als er bei einem Entgiftungsversuch zu Hause eine Überdosis Tabletten schluckt.

Im Griff der Droge

Nach vielen erfolglosen Entgiftungsversuchen ist Conrad Gille jetzt «voll drauf». Er lebt nur noch für den «Stoff». Bereits nach drei Stunden hat er Entzugserscheinungen: Zittern, Halluzinationen, Schüttelfrost, Erbrechen. Er spritzt sich mittlerweile in Beine und Füsse, weil die Arme schon völlig zerstochen sind. Er braucht bis zu 100 Euro täglich, um sich die Drogen zu besorgen. Seinen Eltern bleibt das alles nicht verborgen, sie stehen hilflos daneben und können ihrem Sohn nicht helfen. Conrad Gille ist erst knapp 19 Jahre alt.

Seine Mutter erzählt von einem Therapiezentrum, in dem es bis zu 76 Prozent Erfolgsquote gibt. Das kann er kaum glauben. Als er hört, dass es eine christliche Einrichtung ist, rebelliert er: «Igitt, die spinnen doch alle! Gott gibt’s doch gar nicht, das kann man nur alleine schaffen!» Trotzdem entscheidet er sich für dieses Zentrum, allerdings nur mit dem festen Vorsatz: «Mit ihrem Glauben kriegen die mich nicht!»

Am Tag vor der Therapie knallt er sich noch eine Überdosis in die Vene, er möchte ein letztes Mal noch einmal so richtig  «high» sein. Die darauf folgende Entgiftung wird für ihn zur allerschwersten: sie dauert vier Tage, trotz krampflösender und schlaffördernder Medizin. Danach müssen die Ärzte ihn füttern, weil er noch nicht einmal seine Hand zum Mund führen kann.

Neuanfang

Nach zwei Wochen ist er mit dem Schlimmsten durch und kommt im Rahmen der Therapie im Mai 1999 auf die Insel Fehmarn. Hier gibt es Gottesdienstpflicht. Einmal im Monat muss er mit der Gruppe etwas weiter weg in eine andere Gemeinde. Dort hat er das Gefühl, dass er nun ganz unter die Irren geraten ist. Die Leute klatschen, tanzen und singen mit erhobenen Händen oder knien auf dem Boden. «Ich hielt es kaum dort aus. Innerlich schrie ich: ‚Es gibt keinen Gott!‘ Ich wollte raus rennen, aber aus ungeklärten Gründen fühlte ich mich wie am Boden angewurzelt.»

Ein paar Wochen später geht Conrad Gille nach einer Abendandacht noch nach draussen, um eine Zigarette zu rauchen. Es ist eine sternklare Nacht und er blickt zum Himmel. Auf einmal überkommt ihn eine Freude, wie er sie noch nie erlebt hat. Liebe und Wärme durchfluten sein Herz: «Es war so echt, so rein, so sauber, so bedingungslos. Einfach eine pure, selbstlose Liebe.»

Gleichzeitig hat er eine völlig neue Gewissheit in seinen Gedanken: Gott gibt es wirklich und er liebt mich! Noch am selben Abend legt er dort, allein auf dem Raucherplatz, sein Leben in die Hände von Jesus Christus. Dass man das machen kann, hatte er in diesen Gottesdiensten gehört.

Stärker als der Tod

Doch sein frischgebackener Glaube wird sehr bald deutlich geprüft. An einem Sonntagnachmittag bekommt er einen plötzlichen «Suchtdruck». Ein übermächtig starkes Verlangen nach der Droge nimmt sein ganzes Denken und Fühlen in Beschlag. Er liegt im Bett, zittert und schwitzt, wirft sich hin und her, und das, obwohl er körperlich schon längst clean ist. Er kann nur noch an Heroin denken und sieht ständig eine imaginäre Spritze vor Augen. Er spürt: Er ist zu schwach, um sich allein dagegen zu wehren!

Dann erinnert er sich daran, wie Leute ihm sagten, dass Jesus Gefangene befreit. Und im Moment fühlt er sich definitiv gefangen! Also ruft er: «Jesus, du musst mir jetzt helfen, denn ich kann es nicht allein, ich habe keine Kraft!» – Augenblicklich kehrt ein unbeschreiblicher Frieden in das Zimmer ein. Alles in ihm und um ihn herum wird ruhig. Verschwunden das Verlangen, verschwunden die Spritze vor seinen Augen. Staunend dreht er sich um und schläft ein.

Zwar ist das erste Jahr nach der Therapie von Höhen und Tiefen gekennzeichnet, doch hat er nach diesem Sonntag nie wieder «Suchtdruck». Sein bisher chaotisches Leben kommt langsam in Ordnung.

Das «Ende mit 19» wird für ihn zu einem neuen Anfang: 2002 heiratet er Justyna, einige Jahre später bekommen sie eine kleine Tochter. Nach dem Abschluss einer Bibelschule in den USA ist er heute Leiter einer kleinen Gemeinde in Euskirchen, Deutschland (www.fatofa.org).





22 07 2013

Jona aber ärgerte sich sehr darüber, voller Zorn betete er: „Ach Herr, habe ich das nicht gleich geahnt, als ich noch zu Hause war? Darum wollte ich ja auch so rasch wie möglich nach Tarsis fliehen! Ich wusste es doch: Du bist ein gnädiger und barmherziger Gott. Deine Geduld ist groß, deine Liebe kennt kein Ende. Du lässt dich umstimmen und strafst dann doch nicht.Herr, lass mich sterben, das ist besser als weiterzuleben!“Aber der Herr erwiderte: „Ist es recht von dir, so wütend zu sein?“Jona verließ Ninive. Östlich der Stadt machte er sich ein Laubdach und setzte sich in dessen Schatten nieder. Er wollte beobachten, was mit der Stadt geschehen würde.Da ließ der Herr eine Rizinusstaude über Jona emporwachsen. Sie sollte ihm noch mehr Schatten geben und seinen Missmut vertreiben. Jona freute sich sehr über die Pflanze.Doch am nächsten Morgen kurz vor Sonnenaufgang ließ Gott einen Wurm die Wurzeln des Rizinus zerfressen, und die Staude wurde welk und dürr.Als die Sonne aufging, schickte Gott einen glühend heißen Ostwind. Die Sonne brannte Jona so auf den Kopf, dass er erschöpft zusammenbrach. Er wünschte sich zu sterben und seufzte: „Tot sein ist besser als weiterleben!“Da fragte ihn Gott: „Ist es recht von dir, wegen dieser Rizinusstaude so zornig zu sein?“ Jona antwortete: „Mit vollem Recht bin ich wütend, am liebsten wäre ich tot!“10 Der Herr erwiderte: „Du hast dich mit dieser Staude keinen Augenblick abmühen müssen, nichts brauchtest du für sie zu tun. In einer Nacht ist sie gewachsen, und in der nächsten ging sie zugrunde. Trotzdem hättest du sie gerne verschont.11 Ich aber sollte Ninive nicht verschonen, diese große Stadt, in der mehr als 120000 Menschen leben, die Gut und Böse nicht unterscheiden können,1 und dazu noch so viele Tiere?“ Jona 4

 

Lukas 5,32
Jesus sprach: Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten.





„Abtreibung verfolgt mich bis heute“

22 07 2013

Die 63-jährige US-amerikanische Rock-Sängerin Suzie Quatro leidet auch nach 45 Jahren immer noch unter den Folgen einer Abtreibung. Die Musikerin, die ihre größten Erfolge in den siebziger Jahren hatte (etwa „48 Crash“, „Can the Can“), bekannte jetzt in einem Interview mit der britischen Zeitung Daily Mail, dass ein Musiker sie an ihrem 18. Geburtstag geschwängert habe; sie habe das ungeborene Kind heimlich abtreiben lassen. Noch heute denke sie immer wieder daran und werde von Schuldgefühlen verfolgt. „Wenn ich dereinst – hoffentlich – vor der Himmelstür stehe, werde ich für diese Sünde bezahlen müssen“, sagte die Katholikin. Was sie getan habe, tue ihr unendlich leid, aber die Angst, mit der Schwangerschaft nicht fertig zu werden, habe sie damals gelähmt. Quatro, die seit 1993 mit dem deutschen Konzertmanager Rainer Hass (Hamburg) verheiratet ist, hat ein bewegtes Leben hinter sich. Mit 14 Jahren spielte sie zusammen mit ihren Schwestern in einer Rockband. 1971 zog sie nach England um. In Europa hatte sie ihre größten Erfolge. 1978 heiratete sie ihren Gitarristen Len Tuckey. Mit ihm hat sie eine inzwischen 31-jährige Tochter und einen 29-jährigen Sohn. 1992 wurde die Ehe geschieden. Vom 6. bis 14. September tritt Quatro in einer eigenen Show im Play-Misty-Club im Londoner Stadtteil Hackney auf.





Missionswissenschaftler fordert EKD-Chef zum Rücktritt auf

22 07 2013

Ein theologisch konservativer Theologieprofessor hat den EKD-Ratsvorsitzenden, Nikolaus Schneider (Berlin), zum Rücktritt aufgefordert, falls er sich nicht von dem umstrittenen Familienpapier des kirchlichen Leitungsgremiums distanziert. Der Missionswissenschaftler Prof. Peter Beyerhaus (Gomaringen bei Tübingen) sieht das Papier als „Desorientierungshilfe“ an, das eine „aktuelle sittliche Gefahr“ darstelle. Die EKD wende sich damit ab von dem „uns in der Bibel gewiesenen Leitbild der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau als Stiftung Gottes, des Schöpfers“ und fördere den sittlichen Verfall, heißt es in dem Offenen Brief des Ehrenpräsidenten der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften. Beyerhaus: „Bisher wusste man, dass die Kirche nicht das segnen darf, was Gott nicht segnet.“ In der „Orientierungshilfe“ rückt der Rat der EKD von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild, das auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern einschließt. Das Papier ist besonders in der katholischen Kirche und der säkularen Presse auf meist heftige Kritik gestoßen, während es von der Mehrheit der evangelischen Kirchenleiter verteidigt wird.

Glaubenstreue Protestanten verlieren geistliche Heimat

Laut Beyerhaus tragen sich immer mehr glaubenstreue Protestanten mit dem Gedanken, zur katholischen Kirche überzutreten. Zwar gebe es auch dort „sexuelle Verwilderung“, wie die Missbrauchsskandale gezeigt hätten. Doch sei das päpstliche und bischöfliche Lehramt bisher intakt geblieben. In seinem Offenen Brief fragt Beyerhaus Schneider, ob er sich weiter an der „ethischen Verwirrung in den evangelischen Gemeinden“ schuldig machen wolle, oder ob er bereit sei, eine eigene Fehlorientierung einzugestehen und sich möglichst mit dem gesamten Rat von dem Familienpapier zu distanzieren. Wenn er auf seiner bisherigen Haltung beharre, sollte er sein „Hirtenamt“ als Ratsvorsitzender niederlegen.

Käßmann trat wegen geringeren Vergehens zurück

Beyerhaus erinnert an den Rücktritt von Schneiders Vorgängerin Margot Käßmann, die im Februar 2010 unter Alkoholeinfluss eine rote Ampel missachtet hatte, erwischt wurde und danach zurückgetreten war. Dieses Vergehen sei, so Beyerhaus, vergleichsweise harmlos gewesen: „Denn sie hat gegen die von Menschen aufgestellte Verkehrsordnung verstoßen; Sie, Herr Präses Schneider, aber haben sich öffentlich den Ordnungen Gottes widersetzt!“

Kirchenpräsident: Homosexualität anders sehen als die Bibel

Die „Orientierungshilfe“ der EKD ist innerkirchlich heftig umstritten. Scharfe Kritik kommt unter anderem von der Deutschen Evangelischen Allianz, der Dachorganisation der Evangelikalen. Bedenken äußerten auch der württembergische Landesbischof Frank Otfried July (Stuttgart) und die sächsische Kirchenleitung. Zustimmend äußerten sich etwa der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und seine mitteldeutsche Kollegin Ilse Junkermann (Magdeburg). Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung (Darmstadt), hob gegenüber der Mainzer Allgemeinen Zeitung hervor, dass das EKD-Papier seiner Ansicht nach nicht vom Leitbild von Ehe und Familie abrücke. Vielmehr werde es den heutigen vielfältigen Formen von Familie gerecht. Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und Dauerhaftigkeit sollten auch gleichgeschlechtliche Beziehungen prägen. Homosexualität müsse heute anders gesehen werden als zu biblischen Zeiten, nämlich als eine unveränderbare Veranlagung. Angesichts kritischer Äußerungen des Mainzer Kardinals Karl Lehmann zu dem EKD-Papier hofft Jung, dass das EKD-Papier den ökumenischen Dialog nicht gefährdet.

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