Die Spätzeit des Christentums hat begonnen

30 12 2014

In Deutschland hat die Spätzeit des Christentums begonnen. Diese These vertritt der Journalist Markus Günther in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. In vielem gleiche die Kirche in Deutschland heute der späten DDR – „sieht stabil aus, steht aber kurz vor dem Kollaps“. Und wie in der späten DDR machten sich viele Pfarrer und Bischöfe etwas vor. Sie sähen blühende Landschaften, wo längst Wüste sei, schreibt Günther. Bei der Selbsttäuschung hülfen die glänzenden Fassaden der Kirchen und die stabilen Strukturen. So gebe es in Deutschland 45.000 Kirchengebäude. In diesem Jahr nähmen die beiden großen Kirchen so viele Steuern ein wie nie zuvor. Die deutsche Kirchenmusik sei die beste der Welt und die Kirchen seien der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland. Allerdings könne eine Kirche weder als Arbeitgeber noch als Stütze des Sozialsystems ernst genommen werden, sondern nur als Glaubensgemeinschaft, so der Autor. Die gemeinsamen Glaubensinhalte aber hätten sich weitgehend in Luft aufgelöst. So glaube nur ein Drittel der Deutschen an die Auferstehung Jesu von den Toten, obwohl laut Statistik zwei Drittel Kirchemitglieder sind. Aber es sei noch viel schlimmer: Selbst unter den Gläubigen würden zentrale Inhalte der christlichen Botschaft massenhaft abgelehnt. So glaubten 60 Prozent nicht an ein ewiges Leben. Günther: „An Ufos glauben zwischen Flensburg und Oberammergau mehr Menschen als an das Jüngste Gericht.“

Was Kirchenmitgliedschaft mit Glauben zu tun hat

Wie wenig Kirchenmitgliedschaft heute noch mit Glauben zu tun habe, zeige eine Allensbach-Umfrage im Auftrag der katholischen Kirche. Sie fiel allerdings so verheerend aus, dass die Ergebnisse nie veröffentlicht wurden. Auf die Frage, warum sie katholisch seien, antworteten 68 Prozent: „Weil man dann wichtige Ereignisse im Leben kirchlich feiern kann, zum Beispiel Hochzeit, Taufe.“ Der zweitwichtigste Grund lautete: „Es gehört für mich einfach dazu, das hat in unserer Familie Tradition.“ Nach Günthers Einschätzung hat die Kirche in der jetzigen Form keine Zukunft. Die Kirchensteuer werde entweder unter politischem Druck abgeschafft oder versiege 2013 sowieso. Denn die letzte christlich sozialisierte und kirchlich aktive Generation scheide bald aus dem Arbeitsleben aus und sterbe in den nächsten drei Jahrzehnten: „Dann bricht auch die Fassade der Kirche zusammen. Dahinter wird eine Minderheit zum Vorschein kommen, die nicht viel größer sein wird als die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas.“

Religion muss absolute Wahrheiten in Anspruch nehmen können

Einen Hauptgrund für die schwindende Bedeutung der Kirchen sieht Günther darin, dass sie zentrale Glaubensinhalte längst aufgegeben haben. „Politische Programme müssen zeitgemäß sein, Unterhaltungsangebote auch; eine Religion muss absolute Wahrheiten für sich in Anspruch nehmen können – oder es ist keine Religion.“ Stattdessen sei in den Kirchen beim Versuch, niemanden zu verprellen und den Zugang zum Glauben möglichst leicht zu machen, vieles weichgespült worden: „Aus Jesus als ‚Sohn Gottes’ wurde Jesus, ein vorbildlicher Mensch wie Buddha und Gandhi auch. Aus der Auferstehung Christi wurde eine Legende, die man nicht wörtlich nehmen soll, sondern mehr so im Sinne von ‚Wer im Herzen seiner Lieben lebt, ist nicht tot’.“ Der kleinste gemeinsame Nenner dieser Verkündigung bestehe vielfach nur noch aus einer Wohlfühlprosa – „Frieden in der Welt, mehr Gerechtigkeit für alle“. Ein Appell der Unesco oder von Greenpeace klinge auch nicht viel anders, so Günther: „Gott braucht’s dafür nicht.“





28 12 2014

Beantworten Sie die grosse Frage nach der Ewigkeit, und die kleinen Fragen des Lebens verlieren an Bedeutung. Max Lucado





26 12 2014

„Auch wenn ihr alles in eurem Leben verliert — doch verliert nie diese Beziehung mit Jesus Christus! Das ist euer Sieg. Und dann: vorwärts damit!“

Papst Franziskus





22 12 2014

Ich danke Gott jeden Tag für das, was ich in meinem Leben lernen musste. Es kommt nämlich nicht darauf an, was wir erreichen. Viel wichtiger ist, ob wir bereit sind, den Weg zu gehen, den Gott für uns geplant hat. Jilleanne Rookard , Eisschnelläuferin





„stern“: Vergebung tut der Seele gut

19 12 2014

An keinem anderen Ort der Gesellschaft ist so oft von Vergebung die Rede wie in der Kirche. Es tut der Seele gut, anderen Menschen zu verzeihen. Darauf macht das Magazin „stern“ (Hamburg) in seiner Titelgeschichte über „Die Kraft der Vergebung“ aufmerksam. Das Blatt verweist auf die Bitte im Vaterunser „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Dieses Gebet werde von Millionen Christen gesprochen: „Die Christen glauben, dass Jesus starb, um die Menschen von ihren Sünden zu befreien. Er starb, damit Gott ihnen vergibt.“ Der „stern“ porträtiert sieben Personen, die Gewalt erlitten und sich entschieden haben, ihren Peinigern zu vergeben. So wird über die US-Amerikanerin Aba Gayle berichtet. Ihre Tochter wurde erstochen; der Täter wartet seit 1983 auf seine Hinrichtung. Um die Trauer zu überwinden, habe sich Gayle entschieden, dem Mörder in einem Brief zu vergeben. Darin heißt es: „Das bedeutet nicht, dass ich glaube, dass Sie unschuldig sind. Aber ich habe verstanden, dass Sie ein Kind Gottes sind. Sie sind von Gottes Liebe umfangen, selbst jetzt in ihrer Zelle.“ Gayle besuchte den Mörder ihrer Tochter im Gefängnis und setzt sich dafür ein, dass er nicht hingerichtet wird. Dem „stern“ zufolge ist es häufig ein langer Weg bis zur Vergebung. Zunächst müssten Hass, Trauer und Verachtung zugelassen werden. Der Schmerz müsse Teil der eigenen Lebensgeschichte werden. Erst dann sei ein Mensch „frei genug, um wirklich zu vergeben“. Das könne viele Jahre dauern.





12 12 2014

In allem fand ich nicht dieses Glück, diesen Sinn oder diese Liebe, wie ich sie bei Jesus fand. Kelly Clark, Snowborderin





Die Hirnforschung widerspricht der Gender-Ideologie

8 12 2014

Die Ziele der Gender-Ideologie stehen im Widerspruch zu den Erkenntnissen der Hirnforschung. Diese Ansicht vertritt der Professor für Physiologie und Biokybernetik, Manfred Spreng (Erlangen), in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Der englische Ausdruck Gender bezeichnet das soziale oder psychologische Geschlecht einer Person im Unterschied zum biologischen Geschlecht. Die Berücksichtigung der Geschlechterperspektive (Gender Mainstreaming) ist verbindliche Richtlinie für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und gilt auch in der evangelischen Kirche. Spreng zufolge gibt es aber entscheidende Unterschiede der Anlagen von Mann und Frau. Sie lägen in der hormonellen und immunologischen Ausstattung sowie der unterschiedlichen Gehirnstruktur. Prägende Unterschiede entstünden bereits im Mutterleib. So setzten Frauen stärker das prozedurale Gedächtnis ein und seien dadurch besser in der Lage, mehrere Aufgaben gleichzeitig auszuführen (Multitasking) als Männer. Hingegen begünstige das männliche Gehirn die Erledigung funktioneller, handwerklicher Aufgaben. Dies spiegele sich etwa in der Arbeitswelt wider: So sei die Mehrzahl der Verkäufer weiblich, hingegen 98 Prozent der Kfz-Mechatroniker männlich. Obwohl Norwegen bereits seit über 30 Jahren eine Gender-Erziehung praktiziere, habe sich dort der Anteil der Ingenieurinnen von zehn Prozent kaum vergrößert. Auch der Anteil der Krankenpflegerinnen liege nahezu unverändert bei 90 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung zeige sich bei der Kibbuz-Bewegung in Israel: Diese habe bei der Arbeit anfänglich keinen Unterschied zwischen Mann und Frau gemacht. Das habe sich später dramatisch geändert: Auf Wunsch der Frauen leisteten dort die Männer wieder die körperlich schwerere Arbeit, die Frauen hätten traditionell weibliche Arbeiten übernommen.

Kritik an „Geschlechterverwirrung“

Spreng rechnet daher nicht damit, dass die Bestrebungen der Politik in Deutschland, Frauen in typische Männerberufe zu bringen, von großem Erfolg gekrönt sein werden. Kritik äußerte er am Ziel von Gender-Vertretern, zur „Veruneindeutigung“ und „Geschlechterverwirrung“ beizutragen. Es sei gefährlich, wenn man unter zahlreichen Identitäten wählen könne, etwa androgyn, genderqueer, transgender, pangender oder crossgender. Die Dekonstruktion der Geschlechter trage nicht zu einer besseren Gesellschaft bei.

Ein Kleinkind braucht eine enge Bindung an die Mutter

Spreng warnte davor, die Bedeutung der Mutter abzuschwächen. Wenn man Mutter und Kind früh trenne, könne es Probleme beim Erlernen der Muttersprache geben. Schon im Mutterleib nehme der Mensch die Sprache der Mutter wahr. Auch nach der Geburt sei das Kind auf die Stimme der Mutter fixiert. Die Bindungsforschung zeige, dass in den ersten zwei bis drei Lebensjahren die enge Bindung an die Mutter die beste Voraussetzung für die kognitive und emotionale Sicherheit des Kindes sei. Die starke Zunahme von Lese-Rechtschreibschwäche, Sprachstörungen und Verhaltensauffälligkeiten sei auch auf die staatlich geförderte Abschaffung der Vollzeitmutter und die entsprechende Zunahme von Fremdbetreuung zurückzuführen. Mehrere Studien zeigten, dass Krippenkinder einen deutlich erhöhten Ausstoß des Stresshormons Cortisol aufweisen. Ein dauerhaft hoher Cortisol-Wert bremse die Gehirnreifung und verändere die Struktur des Hippocampus, der zentralen Schaltstation des Gehirns. In der Folge könne es zu Hyperaktivität und Leistungsverlusten kommen. Spreng ist Referent beim Kongress christlicher Führungskräfte, der vom 26. bis 28. Februar 2015 in Hamburg stattfindet.