US – Endzeitprophet Harold Camping tut Buße

9 03 2012

Für seine falschen Vorhersagen des Weltuntergangs bittet der US-amerikanische Radioevangelist Harold Camping (Oakland/Kalifornien) um Entschuldigung. Der 90-Jährige hatte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder den „Jüngsten Tag“ angekündigt.

Zuerst sollte es nach seiner Berechnung im Jahr 1994 stattfinden; dann datierte er den Weltuntergang und die Entrückung der Gläubigen auf den 21. Mai 2011. Schließlich sagte er das Ereignis für den 21. Oktober 2011 voraus. Als die Termine ohne die angekündigten spektakulären Vorkommnisse verstrichen, erklärte er, die Ereignisse hätten „geistlich begonnen“. Der ehemalige Ingenieur ist Präsident des internationalen christlichen Radiosenders Family Radio. Jetzt zeige die Organisation Reue, berichtet die Online-Zeitung Christian Post. „Wir haben die schmerzhafte Lektion gelernt, dass die gesamte Schöpfung in Gottes Hand ist und dass er die Zeit zu seiner Zeit – nicht zu unserer – zu Ende bringen wird“, heiße es in einer Erklärung der Radiomission. Es sei nicht nur falsch, sondern auch „sündig“ gewesen, auf den angekündigten Terminen zu beharren. Man bitte Gott und die Menschen dafür um Vergebung. Man habe eingesehen, dass jene Christen Recht hätten, die an Bibelworte erinnerten, wonach niemand den Jüngsten Tag datieren kann. In der Heiligen Schrift spricht Jesus Christus wiederholt vom Ende der Welt. Als Zeichen nennt er Kriege und Kriegsgerüchte, Hungersnöte und Erdbeben, Christenverfolgung und das Auftreten von falschen Propheten. Jesus ruft seine Nachfolger daher zur Wachsamkeit auf. Zugleich warnt er davor, sich auf ein Datum festzulegen: „Von dem Tag aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. … Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt!“ (Matthäus 24,36.42).

idea.de





Glaubt den falschen Propheten nicht!

20 05 2011

Gegen Endzeitspekulationen haben sich Theologen und Weltanschauungsexperten aus Deutschland ausgesprochen. Anlass ist die Vorhersage des US-Predigers Harold Camping (Oakland/ Kalifornien), dass sich die Entrückung der Christen am 21. Mai ereignen wird. Der pensionierte Ingenieur will das Datum aus Bibelstellen abgeleitet haben. Dann würden die Christen zum Himmel fahren, während die Ungläubigen auf der Erde bleiben und sterben müssten. Den Weltuntergang sieht er für 21. Oktober voraus.

Camping rät seien Anhängern, die verbleibende Zeit mit Familienangehörigen und Freunden zu verbringen, da man nicht wisse, wann man sich wiedersehe. Für den Vorsitzenden des Arbeitskreises für evangelikale Theologie (AfeT), Rolf Hille (Heilbronn), sind solche Voraussagen ein immer wiederkehrendes Ärgernis. „Man könnte geradezu vom ‚Gesetz der Erhaltung des apokalyptischen Unsinns’ reden, wenn man die Vorhersagen dieses selbsternannten Endzeitpropheten liest“, sagte er am 20. Mai auf Anfrage von idea. In der Vergangenheit habe es unzählige falsche Berechnungen der Entrückung und der Wiederkehr Christi gegeben. Kaum habe sich eine Voraussage als falsch erwiesen, breche die nächste Falschmeldung über die Christenheit herein. Demgegenüber verweist Hille auf die Aussagen Jesu über die Endzeit: „Die Sache ist klar und einfach, denn Jesus selbst hat in Matthäus 24,36 über den Zeitpunkt seiner Wiederkunft gesagt: Von dem Tag aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ Hille: „Allen verunsicherten Christen ist zu sagen: Glaubt ihnen nicht; es sind falsche Propheten!“

EZW: Kein biblischer Endzeitfahrplan

Ähnlich äußerte sich der Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Reinhard Hempelmann (Berlin). Er wies gegenüber idea Campings Prophezeiungen als spekulative Bibelauslegung zurück. Hempelmann: „Der Bibel kann kein Endzeitfahrplan entnommen werden.“ Aber solche Prophetien lägen dem neuzeitlichen Menschen offensichtlich nahe. Krisenzeiten seien häufig von „euphorischen oder düsteren Zukunftserwartungen“ begleitet. Ein apokalyptischer Weltpessimismus sei zwar nicht als breite Strömung erkennbar, werde aber in bestimmten Milieus gepflegt und gelebt.

Christen machen keine Angst

Hempelmann hob hervor, dass das zentrale Thema der Bibel nicht der Weltuntergang sei, sondern das Kommen Gottes: „Die Worte vom Ende der Zeit wollen nicht Angst machen, sondern die Verängstigten trösten.“ Die Erwartung des Reiches Gottes entlasse auch keineswegs aus irdischer Verantwortung, sondern fördere die Liebe zum Leben, die Hoffnungsfähigkeit im Leiden und die Dankbarkeit für die Gaben der Schöpfung.

Camping-Jünger: Was wird aus unseren Haustieren?

Campings Prophezeiung hat auch skurrile Folgen. So nehmen laut Presseberichten mehr als 250 seiner Nachfolger die Dienste des atheistischen Unternehmens Eternal Earth-Bound Pets (Ewige irdisch-orientierte Haustiere) in Anspruch. Es soll sich nach der Entrückung der Christen um ihre zurückbleibenden Vierbeiner kümmern. Die Firma verlangt für diese Dienstleistung 135 Dollar (95 Euro). idea.de