Die Frau mit dem Schild „Jesus rettet“

1 05 2011

Sie war in Dortmund stadtbekannt: Maria Schmidt zog jahrelang mit dem Schild „Jesus rettet“ und dem Ausruf „das Wichtigste“ durch die Innenstadt. Am 18. April ist sie im Alter von 81 Jahren gestorben.

Seit 1996 gehörte die ehemalige Lehrerin zum Straßenbild. Sie verteilte Info-Broschüren in der Fußgängerzone und sprach mit Passanten über Jesus. „Ich kann nur informieren, bekehren kann ich nicht“, war ihr Leitsatz. Im Gespräch mit einer Schülerzeitung hatte Maria Schmidt ihren Weg zum Glauben beschrieben: Nach dem Unfalltod ihrer Eltern im Jahr 1961 habe sie ein Leben nach den Worten der Bibel begonnen. Ihren Austritt aus der Landeskirche begründete sie so: „Einmal, als ich in der Kirche war, fiel nicht mal der Name Jesus. Es wurde nur über Natur gesprochen.“ Aufsehen erregte Frau Schmidt, als sie im Jahr 2000 den Teilnehmern der Homosexuellen-Parade Christopher-Street-Day in Köln das Schild „Jesus rettet“ entgegenstreckte. Ein Foto mit der Szene belegte bei einem Wettbewerb der Oberbergischen Volks-Zeitung den ersten Platz. Maria Schmidts Art der Mission hat Nachahmer gefunden: An der Beerdigung nahmen unter anderen zwölf Christen teil, die ebenfalls mit einem „Jesus rettet“-Schild durch Innenstädte ziehen. Die Predigt hielt der Evangelist Dieter Roth von der Brüdergemeinde in Castrop-Rauxel. idea.de





Baden-Württemberg: Der Vorrang für die Ehe wird abgeschafft

1 05 2011

Der Vorrang der Ehe vor anderen Partnerschaftsformen soll in Baden-Württemberg abgeschafft werden. Das sieht der 85-seitige Koalitionsvertrag zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der SPD vor. Das am 27. April der Öffentlichkeit vorgestellte Papier mit dem Titel „Der Wechsel beginnt“ bildet die Grundlage für die künftige grün-rote Landesregierung unter der Führung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen). Die Koalitionäre wollen „verändern, wo es notwendig ist, manches anders und vieles besser machen“.

Zu den radikalsten Vorstellungen von einem „weltoffenen Baden-Württemberg“ gehört die „Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern“. Dadurch werde das Land „ein neues, tolerantes Gesicht“ erhalten. Wörtlich heißt es: „Mit dem Credo ,Gleiche Pflichten – gleiche Rechte’ werden wir im gesamten Landesrecht dafür sorgen, dass die eingetragene Lebenspartnerschaft im vollen Umfang mit der Ehe gleichgestellt wird.“ Die Schulen sollen dazu angehalten werden, „dass in den Bildungsstandards sowie in der Lehrerbildung die Vermittlung unterschiedlicher sexueller Identitäten verankert wird“.

Mehr staatlicher Einfluss auf die Erziehung

Ferner strebt die Koalition eine „neue, an den vielfältigen Lebensrealitäten von Eltern und Kindern orientierte Familienpolitik“ an. Zentrales Leitbild sei, dass Frauen und Männer Beruf und Familie miteinander vereinbaren können. Für Kinder unter drei Jahren soll der Rechtsanspruch auf frühkindliche Bildung und Betreuung ab August 2013 ohne Wenn und Aber umgesetzt werden. Beabsichtigt ist der Ausbau von Kindertageseinrichtungen zu Kinder- und Familienzentren. Kindertagesstätten sollen zu wichtigen Einrichtungen in der Kommune oder im Quartier werden. Außerdem beabsichtigt die Koalition Gemeinschaftsschulen einzuführen, in denen alle Kinder bis zur Klasse 10 gemeinsam unterrichtet werden. Sie sollen stärker individuell gefördert werden, um die Klassenziele zu erreichen.  idea.de