Der Atomkonflikt zwischen dem Iran und dem Westen hat sich am Montag erneut verschärft. Amerikanische, französische und deutsche Regierungsvertreter übten massive Kritik an der Ankündigung des iranischen Präsidenten Machmoud Ahmadinedschad vom Sonntag, dass er Irans Atombehörde dazu aufgefordert habe, ihren Uranvorrat auf 20% anzureichern.
Der französische Verteidigungsminister Herve Morin warnte nach Gesprächen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Robert Gates, dass die USA und Frankreich sich für neue Sanktionen gegen den Iran durch den UN-Sicherheitsrat einsetzen werden.
„Wir haben über den Iran gesprochen. Unsere Positionen sind exakt dieselben“, teilte Morin, dessen Land gerade den Vorsitz im Sicherheitsrat innehat, Reportern bei einem gemeinsamen Auftritt mit Gates mit. „Wir haben keine andere Wahl, als an anderen Maßnahmen zu arbeiten“, ergänzte Morin.
Für Atomwaffen benötigt man ein auf 90% Reinheit angereichertes Uran. Nachdem der Iran sein Uran jedoch auf 20% angereichert habe „würde er den Großteil des restlichen Weges zu bombenfähigem Uran auch noch gehen“, kommentierte David Albright vom Institute for Science and International Security in Washington DC.
Zur selben Zeit veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung am Samstag auf der Titelseite einen Bericht, wonach ein Nuklearwissenschaftler des Nationallabors der ehemaligen Sowjetunion im Iran an einem Konstruktionsplan für funktionsfähige atomare Sprengköpfe arbeite. Die Informationen stammen aus einem internen Memo der Internationalen Atomenergiebehörde.
Israels Premierminister Benjamin Nethanjahu wird ab kommenden Sonntag für drei Tage in Moskau zu Gast sein. Intensive Verhandlungen werden erwartet, bei denen Israel darauf drängen wird, dass Russland sich den internationalen Sanktionsbemühungen anschließt.
Iranischer Außenminister: Israel „von Verrückten geleitet“
Der iranische Außenminister Manchour Mottaki sagte am Montag der Nachrichtenagentur Al-Jazeera, dass Israel momentan schwächer sei als je zuvor. Er bezeichnete es als ein „verrücktes Land, das von verrückten Menschen geleitet wird.” Israel sei aufgrund seiner innenpolitischen Krise und der Niederlagen der letzten Jahre im Libanon und Gaza-Streifen nicht in der Lage, sich auf einen weiteren militärischen Konflikt einzulassen. Mottaki erklärte außerdem: „Deshalb [weil Israel ein „verrücktes Land ist, das von verrückten Menschen geleitet wird“] müssen wir uns auf die Möglichkeit vorbereiten, dass es etwas Verrücktes gegen alle in der Region tun wird- die Syrer, die Libanesen und die Palästinenser.“ Der Iran sei darauf vorbereitet, sich zu verteidigen. Mottaki machte seine Bemerkungen einen Tag nach der Äußerung des obersten iranischen Führers Ajatollah Khamenei, dass Israel kurz vor der Auslöschung stehe. „Israel ist auf dem Weg abwärts in Richtung Verfall und Untergang, und so Allah will, ist seine Auslöschung sicher“, erklärte Khameine gegenüber dem Führer der Terrormiliz Islamischer Dschihad.
Quelle: ICEJ Nachrichten

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